Soester Tafel verteilt Lebensmittel pro Haushalt nur noch 14-tägig

Ab 1. Juni erhalten die Gäste der Soester Tafel nur noch 14-tägig eine Lebensmitteltüte.

Seitdem die Preise für Energie- und Lebensmittel Anfang des Jahres kräftig anstiegen und seit dem Beginn des Ukraine Krieges hatte sich die Situation für die Kunden und Mitarbeiter der Soester Tafel drastisch verändert. In den letzten 3 Monaten steigt die Anzahl neuer Kundinnen täglich, die „alten“ Kunden kommen ebenfalls häufiger. „Inzwischen hat sich an den 3 wöchentlichen Ausgabetagen die Anzahl unserer Kunden mehr als verdoppelt, die Tendenz ist weiterhin steigend“ so die Mitarbeiter der Tafel. Dies ist für alle beteiligten Menschen eine immer schwierigere Situation.

Schon Stunden vor der Verteilung stehen viele Menschen in Warteschlagen von oft über 100 m vor der Tafel. „Dies ist eine Situation, die für viele Kunden nicht einfach ist, für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder alleinerziehende Personen mit einem kleinen Kind ist diese Lage nicht zumutbar und stundenlange Wartezeiten sind für sie nicht auszuhalten.“

Ebenso hat sich die Arbeitsbelastung unserer (großenteils ehrenamtlichen!) Mitarbeiter/innen in den letzten Wochen drastisch erhöht. Statt täglich zwischen 60 und 70 Haushalte zu bedienen sind es nun jedes Mal über 150 Haushalte die bei der Tafel um Hilfe anfragen. Neue Kunden, die die Abläufe noch nicht so kennen und unsere Sprache und Erklärungen nicht verstehen erschweren die Lage – sicherlich ungewollt – nochmals. Aufgrund der drastisch gestiegenen Besucherzahlen haben wir in den letzten Monaten die Warenmengen in den Lebensmitteltüten ebenfalls schon deutlich reduzieren müssen . Kurz beschreiben lässt sich die Lage bei der Tafel: immer mehr Menschen stehen in unzumutbar langen Warteschlangen vor der Tafel, sie erhalten weniger Lebensmittel (immer noch eine Ersparnismöglichkeit) und unsere Mitarbeiter sind an der Belastungsgrenze.

Aus diesem Grund haben wir die Entscheidung treffen müssen für einen Zeitraum von erstmal 2 Monaten unseren Gästen nur noch 14-tägig mit Lebensmitteltüten zu helfen. Wir denken, dass sich die Situation dadurch für alle (Kunden + Mitarbeiter) wieder normalisiert und wir hoffen, dass vielleicht Ende Juli die weitere Entwicklung der Lage besser abgeschätzt werden kann.